Museum für Naturkunde Berlin

Im Sommer 2006 begannen die Vorbereitungen zum Wiederaufbau des 1945 zerstörten Ostflügels. Am 14. November erfolgte die symbolische Grundsteinlegung zum Wiederaufbau. Baubeginn war ab dem Jahr 2008.

Foto: Carola Radke, Museum für Naturkunde Berlin

Ab Juli 2010 wurden die naturgetreuen Nachbildungen der bestehenden Klinkerfassade, zur Schließung der Fassadenlücke, aufgebaut. Hergestellt wurden die Elemente aus grauem Sichtbeton.

Foto: Carola Radke, Museum für Naturkunde Berlin



Bericht über die Zerstörung des Museum

1943 erfolgte die massive Bombardierung Berlins durch die Alliierten. Im Museum begann man vorsichtshalber schon 1942 als erstes die Saurierskelette, deren Rekonstruktion erst 1937 abgeschlossen war, in den Keller zu bringen. Im April 1943 wurden große Teile der Sammlung, vor allem das Alkoholmaterial, aber auch die Insektensammlung im Keller untergebracht oder an andere vermeintlich sichere Orte ausgelagert. Für besonders wertvolle Objekte wie das ausgestorbene Quagga oder die Typusexemplare wurde ein Banktresor angemietet.
Die ersten Brandbomben trafen das Museum in der Nacht vom 22. zum 23. November 1943. Als Brandwache anwesende Museumsangehörige waren maßgeblich an den Löscharbeiten beteiligt. Trotz ständiger Überwachung der Dächer wurde der Geologische Hörsaal, ein Sammlungsraum mit Teilen der Tendaguru-Sammlung, der Saal mit den Riesenschlangen und die Wirbeltiersammlung des benachbarten Zoologischen Institutes völlig zerstört. Im Mineralogischen Institut verbrannten etwa 100 Mineralienschränke. Durch zerborstene Fensterscheiben und zerstörte Dächer waren die Sammlungen nun direkt den winterlichen Temperaturen und dem Regen ausgesetzt.
Bei einem Tagangriff amerikanischer Bomber am 3. Februar 1945 wurde das Museum besonders schwer beschädigt. Der Ostflügel wurde durch eine Zehnzentnerbombe getroffen und stürzte bis zum Kellergeschoss zusammen. In einem Luftschutzraum des Museums gab es Tote und Verletzte. Während schwerer Artilleriekämpfe in den letzten Apriltagen 1945 gerieten weitere Teile des Gebäudes in Brand, und in den Sälen, die bisher von größeren Schäden verschont geblieben waren, rissen Granaten große Löcher in die Wände.
Als dann am 2. Mai 1945 die Kampfhandlungen eingestellt worden waren, stellte man dennoch fest, dass das Naturkundemuseum relativ glimpflich davongekommen war. Ein Gebäudeflügel und die Wal-Halle waren zerstört, Dächer waren ausgebrannt, nahezu alle Fenster und Glasdächer kaputt sowie Regale und Schränke beschädigt. Die nicht ausgelagerten Sammlungen waren mit Schutt und Glassplittern bedeckt, die man heute noch in machen Präparaten findet. Ein Drittel der Schausammlung stand nicht mehr zur Verfügung, viele Ausstellungspräparate und Dioramen hatten Schäden erlitten.

Text mit freundlicher Genehmigung des Museums für Naturkunde, Frau Dr. Steiner, Pressesprecherin


Historische Fotos der Ausstellung aus den 30er Jahren

Ein Fabeltier der Vorzeit! Ein Riesen-Dinosaurier, dessen Überreste im ehemaligen Deutsch-Ost-Afrika ausgegraben und nach mühevoller Kleinarbeit zusammengesetzt wurden. Dieses Fabeltier, daß vor vielen Millionen Jahren lebte, war über 13 m lang und 4 m hoch.

(Original historischer Text zu den Fotos aus den 30er Jahren)

 


Die Oberarmknochen eines Fossilen-Riesen-Dinosauriers, welche größer als ein Mensch sind. Diese Boten aus einer längst vergangenen Zeit wurden im ehemaligen Deutsch-Ost-Afrika gefunden.

Foto: Bundesarchiv, Bild 102-15550, Georg Pahl

Das Knochengerüst des riesigen Urwelt-Tieres im Naturkundemuseum.

Foto: Bundesarchiv, Bild 102-16533, Georg Pahl


Blick in die vorsintflutliche Abteilung des Naturkunde Museums in Berlin. Im Vordergrund ein Glyptodon, ein Panzerschuppentier, welches in Uruguay (Südamerika) gefunden wurde. Im Hintergrund die Gerippe von Riesenwalen.

Foto: Bundesarchiv, Bild 102-16573, Georg Pahl

In der prähistorischen Werkstatt des Berliner Naturkunde-Museums. Die riesen Knochen eines prähistorischen Tieres, gegen welche der daran arbeitende Präparator fast verschwindet.

Foto: Bundesarchiv, Bild 102-16246, Georg Pahl



Anmerkung zu den Bildunterschriften: Die historische Originalbeschreibung der Fotos vom Bundesarchiv wurde aus dokumentarischen Gründen übernommen. Diese können allerdings fehlerhaft, tendenziös, überholt oder politisch sein.