Das Reichstagsgebäude - Die Geschichte

Das Reichstagsgebäute hat eine lange und unterschiedliche Geschichte. Nach dem Antrag auf Bau im Jahr 1871 dauerte es 10 Jahre bis ein passendes Grundstück für den Bau gefunden wurde. Im Februar 1882 wurde ein Wettbewerb für Architekten ausgeschrieben. Aus 189 Einsendungen wurde der Entwurf des Architekten Paul Wallot ausgwählt.

Nach zwei Jahren der Planung wurde an 9. Juni 1884 der Grundstein für das Gebäude gelegt. Neben Militär waren auch Kaiser Wilhelm I. sowie sein Sohn und Enkel bei der Zerremonie dabei. Die Baukosten für das 47 Meter hohe Gebäude, mit der 67 Meter hohen Kuppel und einer Grundfläche von 13.290 Quadratmetern betrugen damals 24 Millionen Mark, die aus Reparationszahlungen aus Frankreich kamen.

Im Jahr 1894 konnte dann der Schlussstein gelegt werden. Erst zwanzig Jahre später, im Kriegsjahr 1919, wurde am Westportal der Widmungstext "DEM DEUTSCHEN VOLKE" angebracht.

Das Reichstagesgebäude 1934, in Vordergrund mit dem Bismarckdenkmal. Das Denkmal wurde mit anderen Denkmalen im Tiergarten rund um die Siegessäule 1938 umgesetzt.

Original Foto: Sammlung M. Schmidt

Im Rahmen der Umgestaltung Berlins zu "Germania" wurde der Platz um dem Reichstag für größere Bauvorhaben gebraucht. Der Brunnen wurde 1938 abgebaut und zum Teil umgesetzt. Foto von 1930.

Original Foto: Sammlung M. Schmidt


Haupteingang des Reichstagsgebäude mit dem Widmungstext "DEM DEUTSCHEN VOLKE".

Fuß einer Säule mit Einschusslöchern und ausgebesserten Stellen im Stein.


Säulengang mit Einschusslöchern auf der Seite zum Friedrich-Ebert-Platz.

Einschusslöcher und ausgebesserte Stellen am Sockel einer Säule an der Hauptfront des Reichstages.


 

Am 9. November 1918 rief der SPD-Franktionsvorsitzende Philipp Scheidemann vom Balkon des Hauptportals die "Deutsche Republik" aus.

In der Nacht zum 28. Februar 1933 brannte der Reichstag. Im Plenarsaal und in umliegenden Räumen wurde Feuer gelegt. Vermutlich sind der oder die Täter durch die unterirdischen Heizungsgänge in das Gebäude heimlich eingedrungen. Da es sich eindeutig um Brandstiftung handelte, nutzen die Nationalsozialisten diesen Brand für ihre Propaganda. Sie gingen mit starker Gewalt gegen ihre politsche Gegener vor.

Teil des ehemalingen unterirdischen Heizungsganges als Ausstellungsobjekt im Reichstag.

Im Inneren des Heizungsganges.


 

Nachem der Parlamentssaal nicht mehr genutzt wurde, die Kuppel wurde nach dem Brand notdürftig instand gesetzt, fanden nur noch Ausstellungen darin statt.

Während des Zweiten Weltkrieges produzierte die Firma AEG Funkröhren im Reichstag und ein Lazarett wurde eingerichtet.

Am 30. April 1945 wurde, nach schweren Kämpfen, das Gebäude von der Roten Armee eingenommen und die Sowjetfahne auf dem Dach gehisst.

Im Jahr 1955 beschloss die Bundesregierung die völlig Wiederherstellung des Gebäudes. Der Architek Paul Baumgarten erhielt im Jahr 1961 den Auftrag. Im Rahmen dieser Wiederherstellung wurden zahlreiche Schmuckelement am Gebäude zerstört und abgerissen, die Ecktürme wurden in der Höhe reduziert und im Inneren wurden große Teile der historischen Bausubstanz entfernt und hinter Abdeckplatten versteckt. Auf eine neue Kuppel wurde verzichtet. Der neue Plenarsaal war aber nun doppel so groß.

Entfernete Verziehrungen an den Wänden. Außerdem sind große Löcher der Verankerung der ehemaligen Verkleidung zu sehen.

Einschusslöcher an den Wänden und in den Verziehrungen.


 

Während der deutschen Teilung, bis zum Jahr 1989, wurde das Gebäude unter anderem als Museum genutzt. Außerdem gehörte es zum festen Programm von ausländischen Staatsgästen, das Reichstagsgebäude zu besichtigen.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung 1990 beschloss der gesamtdeutsche Bundestag den Umzug der Regierung von Bonn wieder nach Berlin. Ende Juli 1995 begann der Umbau nach Plänen des Architekten Norman Foster. Unter anderem wurde die neue Kuppel auf dem Dach errichtet und viele der historischen Bauelemente wurden wieder freigelegt. Außerdem wurden sehr viele Graffitis aus der Zeit kurz nach dem Ende des Krieges 1945 wiederentdeckt. Viele der russischen Graffitis wurden erhalten und in das neue Konzept des Hauses übernommen. Einige aber wurden bewusst, in Absprache mit russischen Politikern, zensiert und auch für immer vernichtet.

Der Deutsche Bundestag nahm am 7. September 1999 seine Arbeit in umgebauten Gebäude auf.

 

Russische Graffitis im Treppenhaus. Unter anderem mit dem Datum 9.5.45.

Erhaltene und restaurierte Graffitis aus den Jahr 1945. Es sind noch die Bohrlöcher der Verschalung zu sehen.





Umbau des Reichstagsgebäudes 1995

Fotos vom Umbau des Reichstages, aufgenommen im Herbst 1995 von Ralf Roletschek. Herr Roletschek hatte damals als Mitarbeiter offiziell die Möglichkeit Fotos zu machen.

 

Viele Dank an Ralf Roletschek für die freundliche Erlaubnis die historischen Fotos hier abzubilden.


Blick von Innen zum Haupteingang des Reichstages.

Total entkernter Innenraum.




Durch die freundliche Hilfe und Unterstützung  von Caren Marks, (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und ihrer Mitarbeiterin Annika Brandt war es möglich, Fotos im Inneren des Reichstagsgebäude zu machen.

Dadurch können hier diese einmaligen Relikte deutscher Geschichte präsentiert werden.

 

Vielen Dank!