Friedhof der St.-Hedwigs-Gemeinde

Russiche Soldaten und Ostdeutsche Arbeiter beim bau der zweiten Hinterlandmauer in einem Abstand von 4,5 Meter zur eigentlichen Grenzmauer. Ein Bagger ebnet die Gräber auf dem Friedhof ein. Datum: 28. September 1967.

Original Foto: Sammlung M. Schmidt

Noch im Jahr 1945 entwickelte sich an dem Friedhof, da er unmittelbar und an der Grenze zum Westsektor gelegen war, ein lebhafter Schmuggelverkehr. Das Gelände wurde daraufhin von Soldaten überwacht.

Die Begräbnisstätte hat seit ihrem Bestehen große Veränderungen und Zerstörungen erfahren.  Im Jahr 1961 wurde durch den Bau der Mauer zu Westberlin die Friedhofsgrenze verschoben. Durch die neue Grenze befanden sich nun Grabstätten im Grenzbereich und Todesstreifen. Viele Gräber wurden eingeebnet und auch bewusst zerstört.

Auf dem Gelände entstanden nun Sicherheitsanlagen, Panzersperren und ein Todesstreifen, Kolonnenwege führten am Friedhof entlang. Ein Wachturm wurde direkt zur Seite der S-Bahngleise und der Liesenbrücke errichtet.

Der ursprüngliche Friedhofseingang wurde zugemauert und an einer Hinterpforte zum Friedhof saß nun, Tag und Nacht, ein Wachmann. Angehörige bekamen nur Zugang zum Friedhof unter strengen Auflagen.


Der Eingang zum Friedhof wurde 1961 mit Hohlblocksteinen zugemauert, dadurch wurde aus der alten Friedhofsmauer die neue Grenzmauer. Ein Durchgang zum Kirchhof war nicht mehr möglich.

Foto: Polizeigeschichtliche Sammlung Berlin

Eine Aussichtsplattform wurde auf der Westseite der Grenzmauer aufgestellt. Im unteren Bereich der neuen Grenzmauer ist die alte Friedhofsmauer zusehen.

 

Foto: Stiftung Berliner Mauer, Edmund Kasperski


Im Hintergrund ist die erste Grenzmauer an der historischen Friedhofsmauer zu sehen. Errichtet wurde die Mauer aus Hohlblocksteinen.

Foto: Bundesarchiv, Bild GR33-04-063

Blick über den Friedhof. Im Hintergrund die Grenzmauer und die Liesenbrücke. Foto aufgenommen 1965/1966.

 

Foto: Bundesarchiv, Bild GR33-04-061


Eingang zum Hedwigsfriedhof vermauert mit Hohlblocksteinen. Im linken Bereich steht ein Schild mit der Aufschrift "Ende des franz. Sektors". Foto aufgenommen Februar/März 1963.

Foto: Stiftung Berliner Mauer, Paul Kremer

Die Grenzmauer zum Friedhofsbereich im Jahr 1990. Ein Passant läuft mit seinem Hund auf dem Bürgersteig vorbei. Die Liesenbrücke spannt sich im Hintergrund über die Liesenstraße.

Foto: Stiftung Berliner Mauer, Edmund Kasperski


Auf dem Friedhof wurde im Bereich zur Liesenstraße ein kleines Stück original Grenzmauer erhalten und direkt zwischen den Gräbern gibt es noch eine Teil der Hinterlandmauer.

Teil der original Hinterlandmauer auf den Friedhof.

Kleiner Bereich der original Grenzmauer.


An vielen Gräbern auf dem Friedhof sind zum Teil sehr große und starke Kriegsbeschädigungen zu sehen.